Das Kunstareal




In dem nahe dem Stadtzentrum gelegenen sog.Kunstareal befindet sich auf nur etwa 1 qkm Fläche eine einzigartige Ansammlung von Museen und Ausstellungshäusern. Es umfasst die drei Pinakotheken (Alte Pinakotkek, Neue Pinakothek, Pinakothek der Moderne), die Glyptothek, die Staatliche Antikensammlung, die städtische Gemäldegalerie im Lenbachhaus, das Museum Brandhorst und rund 30 Galerien. Auch das Staatliche Museum Ägyptische Kunst zog Mitte 2013 in einen Neubau im Kunstareal um.

Die Alte Pinakothek
Die Alte Pinakothek beherbergt die Werke aller bedeutenden europäischen Meister zwischem dem 14. und 18.Jahrhundert. Sie zählt neben dem Louvre in Paris, den Uffizien in Florenz, dem Prado in Madrid und dem Metropolitan Museum in New York zu den fünf wichtigsten Gemäldegalerien der Welt. Zu sehen ist, was die Wittelbacher Regenten aufgrund ihrer Sammelleidenschaft im Verlauf von vier Jahrhunderten zusammengetragen haben. Die Sammlung umfasst 700 Kunstewerke unterteilt in die Bereiche deutsche, flämische, niederländische, italienische, französische und spanische Malerei. Glanzstücke sind Albrecht Dürers "Selbstbildnis im Pelzrock" und sein Werk "Die Vier Apostel", Raphaels Gemälde "Heilige Familie" und "Modonna Tempi" sowie das Selbstbildnis von Peter Paul Rubens und sein zwei Etagen hohes Gemälde "Das jüngste Gericht". Die Alte Pinakothek verfügt über eine der umfassendsten Sammlungen von Rubens-Gemälden in der Welt. Auch das einzige Gemälde von Leonardo da Vinci, das in einer deutschen Galerie hängt, ist hier zu sehen: "Madonna mit der Nelke".

Die Neue Pinakothek
Ebenso wie die Alte Pinakothek wurde auch die Neue Pinakothelk auf Veranlassung von König Ludwig I. gebaut. Hier sollte die zeitgenössische, also die "neue" Malerei Aufnahme finden. Wegen Kriegszerstörungen entstand 1981 ein Neubau. Ludwig I. ließ anfangs nur die Italien-Bilder des Landschaftsmalers Carl Rottmann ausstellen. Diese Sammlung existiert heute noch, nimmt aber einen vergleichsweise sehr kleinen Teil des Ausstellungsspektrums ein. Zu sehen sind heute Werke des gesamten 19.Jahrhunderts. Ein Schwerpunkt liegt auf den Gemälden der sog. Deutsch-Romantiker (Caspar David Friedrich, Anselm Feuerbach u.a.). Berühmt ist die Neue Pinakothek heute vor allem für seine umfangreiche Sammlung von Gemälden französischer Impressionisten wie Claude Monet, Édouard Manet, Renoir, Cézanne, Edgar Degas u.a. Berühmt auch das Werk "Sonnenblumen" von Vincent van Gogh.

Die Pinakothek der Moderne
Das Museum vereint fünf Museen in einem Gebäude: Die Bayerische Staatliche Sammlung Moderner und Zeitgenössischer Kunst, das Museum für Design (Die Neue Sammlung), das Architekturmuseum der TU München und die Staatliche Graphische Sammlung. Das Museum gilt als eines der wichtigsten Häuser für Kunst des 20. und 21.Jahrhunderts. Die Sammlung moderner Kunst beinhaltet zahlreiche Gemälde von Pablo Picasso, Max Beckmann und der Maler der Gruppe "Die Brücke", auch viele Werke von Andy Warhol. Das Museum für Design beherhergt die größte Sammlung von Industrie-Design. Die Graphische Sammlung mit einem Bestand von 400.000 Zeichnungen und Druckgraphiken vom 12.Jahrhundert bis in die Gegenwart gehört zu den weltweit führenden Museen dieser Art. Hier findet man Original-Zeichnungen und Skizzen von Dürer, Rembrandt, Michelangelo, Da Vinci, Cézanne, Matisse u.a.

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus
Die Galerie befindet sich in der ehemaligen im florentinischen Stil errichteten Villa des Gesellschaftsmalers Franz von Lenbach. 2013 wurde wegen Platzmangels ein moderner Anbau hinzugefügt. Internationale Bedeutung genießt die Galerie vor allem dadurch, dass sie über die weltweit größte Sammlung von Gemälden der Expressionisten-Gruppe "Der Blaue Reiter" verfügt, die im frühen 20.Jahrhundert in München wirkte. Sie war eine der wichtigsten Gruppen von avantgardistischen Künstlern in Deutschland und auch in Europa. Zu der Gruppe gehörten die Maler Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Franz Marc, August Macke, Alfred Kubin und zeitweise auch Paul Klee. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Münchner Malerei, z.B. Defregger, Corinth, Lenbach, Stuck, Slevogt. Zu sehen auch einige Gemälde des Münchner Malers Carl Spitzweg aus der Zeit der deutschen Spätromantik.
Im unterirdischen Kunstbau sind Wechselausstellungen vor allem zeitgenössischer Kunst zu sehen.

Das Museum Brandhorst
Das Museum beherbergt die Sammlung des Sammlerehepaars Udo und Anette Brandhorst. Zu sehen sind über 700 Werke zeitgenössischer Kunst ab 1945. Der Focus ist auf das Werk des Künstlers Cy Twombly gerichtet - insgesamt über 200 Werke (Gemälde, Skulpturen, Grafik und Fotografien). Es ist die größte Sammlung Twomblys in Europa. Zahlenmäßig an zweiter Stelle der Sammlung steht Andy Warhol mit über 100 Werken. Der moderne Bau entstand 2009. Ein Hingucker auch die Fassade mit 36.000 farbigen Keramikstäben.

Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst
Das Museum präsentiert Exponate aus allen Epochen des Alten Ägyptens (größte Attraktionen der Thutmosis-Kelch, der als erstes Glasgefäß der Welt gilt, und die Doppelstatue des Königs Niuserre), aber auch aus benachbarten Kulturen wie Reliefs aus Assyirien oder den Löwen vom Ischtar-Tor aus Babylon. Das Ägypische Museum ist 2013 von einem Trakt in der Residenz in einen Neubau im Kunstareal verlegt worden. Die Museumsräume liegen größtenteils unter der Erde; so können die Exponate durch eine ausgeklügelte LIchttechnik besonders effektvoll angestrahlt werden.

Im Kunstareal befinden sich auch mehrere naturwissenschaftliche Museen des Bayerischen Staates wie das Paläontologische Museum, das Geologische Museum und das Museum Reich der Kristalle als öffentlicher Teil der Mineralogischen Staatssammlung München.

» Lageplan der Objekte im Kunstareal


Text © Rolf Gross für "München Erleben"