München narrisch - Fasching in München 2018    
Der Münchner Fasching unterscheidet sich stark vom rheinischen Karneval mit den Karnevalshochburgen Mainz, Köln und Düsseldorf. Während man sich dort bei Prunk- , Stunk- und sonstigen Sitzungen durch Darbietungen auf der Bühne unterhalten lässt, schwingen die Münchner selbst aktiv das Tanzbein. Die Faschingsfeste sind praktisch riesige Parties. Darbietungen gibt es höchstens als gelegentliche Showeinlagen. Auch große Karnevalsumzüge sucht man in München vergebens. Nachdem der offizielle Faschingszug 1970 wegen mangelnder Begeistungsfähigkeit der Münchner eingestellt worden war, haben die Damischen Ritter vor einigen Jahren wieder einen Neuanfang gewagt. Unter ihrer Schirmherrschaft zieht heuer schon zum 13.Mal ein kleiner Corso von buntgeschmückten Wagen, Tanzgruppen und Musikkapellen von der Herzog-Wilhelm-Str. – Sendlinger Straße – Rosenstraße - Marienplatz – Dienerstraße – Hofgraben – Pfisterstraße zur Sparkassenstraße mit anschließender After-Zug-Party im Hofbräuhaus - in diesem Jahr am 4.Februar ab 13:10 Uhr » mehr

Alle Faschingsfeste in München zu besuchen ist unmöglich. Auf dem Kalender stehen mehr als 800 Veranstaltungen, da fast jedes Hotel und jede Diskothek eine Faschingsparty ausrichtet. Als Tourist sollte man sich vor allem die Feste mit jahrzehntelanger Tradition nicht entgehen lassen. Von legendärem Ruf sind die Feste im Deutschen Theater (der erste Maskenball wurde hier bereits im Jahre 1897 veranstaltet), im Bayerischen Hof und im Löwenbräukeller - hier vor allem der Maskenball » München Schabernackt am 3.2., bei dem (fast) alles erlaubt ist und aktiv in allen Räumen getanzt werden kann.

  Ball-Termine Deutsches Theater

  Ball-Termine Löwenbräukeller

  Ball-Termine Hotel Bayerischer Hof




Wer's urig bajuwarisch mag, dem sei der » Ball der Damischen Ritter im Löwenbräukeller empfohlen (27.Januar), wo Ritter Kasimir & Co ihre Späße treiben.

Oktoberfeststimmung in Lederhosen- und Dirndl-Outfit herrscht beim » Oide Wiesn Bürgerball am 12.1. im Deutschen Theater.

Eine Besonderheit stellen die Weißen Feste in der Max-Emanuel-Brauerei dar (26.1.-13.2.). Diese Feste, die ursprünglich Künstlerfeste der Schwabinger Künstler waren, gibt es schon seit über 40 Jahren. Bei den weißen Festen haben alle in weiß zu kommen. Im Licht der speziellen Neonröhren (sog.Schwarzlicht) sieht das ganz schön gespenstisch aus. » Ball-Termine der Weißen Feste

Interessant sicher auch der » Gauklerball am 10.2. im Künstlerhaus am Lenbachhaus, wo schon die Schwabinger Bohème um 1900 legendäre Feste gefeiert hat. Das Bayerische Nationalmuseum öffnet seine heiligen Hallen auch in diesem Jahr wieder zu einem einzigen Maskenball unter dem Motto » Jagdfieber am 2..2. Im Alten Rathaussaal am Marienplatz kann man am 3.2. oder 10.2. bei einer » Münchner Redoute mitmachen, einem Kostümfest mit Salonmusik wie annodazumal.

Übrigens, die meisten Münchner Faschingsbälle sind Kostümbälle. Für alle, die zum Abfeiern gerne ihren Smoking bzw.Abendkleid spazierentragen möchten, gibt es auch einige Schwarz-Weiß-Bälle - zum Beispiel den » Chrysanthemenball am 1.2. im Bayerischen Hof, die » Rosengala am 9.2. im Deutschen Theater (Dresscode: Festliche Abendkleidung) oder der » Rosenmontagsball Classic der Mediziner am 12.2. im Hotel Bayerischer Hof.

An den letzten drei tollen Tagen (Faschingssonntag, Rosenmontag und Faschingsdienstag) ist Faschingstreiben in den Straßen und Plätzen rund um den Marienplatz angesagt. Das ganze Zentrum wird zu einer Open Air Partyzone mit Musik und Glühweinausschank.

Ein Höhepunkt ist sicher der berühmte Tanz der Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt. Am Faschingsdienstag um 10:30 Uhr geht's los. Erfahrungsgemäß wird der Zugang zum Platz schon ab 10:00 Uhr wegen Überfüllung gesperrt. Die Standerlfrauen proben dafür schon Monate lang vorher. Und man kann nur staunen, zu welch graziösen Bewegungen so manche Bissgurk'n fähig ist.

Also, stürzen Sie sich in den Münchner Fasching. Wegen der Kostümierung brauchen Sie sich nicht den Kopf zu zerbrechen. Aufwendige Kostüme sind hier eher die Ausnahme. Zur Not tun's auch ein Ringelhemd und eine Pappnase. Mitbringen müssen Sie nur gute Laune. Und dann kann's losgehen


© Rolf Gross für "München Erleben"